Schließen
Type at least 1 character to search

No products in the cart.

Nach Oben

Impulsekontrolle

1. Stunde

Was ist Impulskontrolle?

Als Impulskontrolle bezeichnet man die Kontrolle vom Emotionen und Affekten. Die Impulskontrolle ist ein Teil der Selbstkontrolle.

Die Impulskontrolle ermöglicht das Planen von Handlungen, die Konzentration auf diese Handlungen und das konsequente Verfolgen von Handlungszielen. Im täglichen Alltag ist die Impulskontrolle vor allem dann wichtig, wenn es um die Erledigung von Aufgaben geht, die unangenehm oder negativ konnotiert sind.
Die Impulskontrolle ist auch für das soziale Miteinander wichtig, da sie bewirkt, dass das Verhalten den gängigen sozialen Normen angepasst wird.

Einen Impulse zu kontrollieren ist anstrengender, als im zu folgen und ist daher sehr energieraubend.

Test: welcher Führungsstil passt zu mir und meinem Hund?

Diesen Test könnt ihr auch immer mal wieder machen, um zu schauen, ob sich was verändert hat. Weil nicht nur ihr verändert euch, sondern euer Hund und situativ kann man so auch zwischen den Stilen hin und her switchen.

1. Windowshopping / Schaufensterbummel: ohne Kommando langsam hin und her laufen und dabei schauen, was macht der Hund, ist er ganz gedanklich weg, schaut er immer mal wieder zu euch und sucht Kontakt
2. Zielgerichtes laufen in etwas schnelleren Tempo: wird der Hund aufmerksamer, orientiert es sich schnell an euch
3. Variables Laufen ohne ersichtlichen Plan: bekommt euer Hund Stress, wird er aufmerksamer oder steigt er komplett aus und blockiert

Für jeden Hund sind diese Führungsstile anders, werden gut angenommen oder komplett abgelehnt.

 

Übung: Raum beanspruchen / mit Gegenstand, wie Kaustange, Spielzeug Hase als zusätzlicher Reiz:

Hier durfte der Hund einen bestimmten Raum, in dem zusätzlich etwas spannendes lag, nicht betreten. Hier konntet ihr herausfinden, was ist besonders spannend für euren Hund und wie zeigt ihr euren Hund die Grenze auf, dass er von dem interessanten Ding fern bleibt. Wenn er es verstanden hat, hat er um den Gegenstand einen Bogen gemacht und keinen Versuch gemacht, dort hin zu gehen.

2. Stunde

Abgrenzung Impulsekontrolle / Frustrationstolleranz:

Häufig wird Impulskontrolle mit Frustrationstoleranz in einen Topf geworfen, dabei ist es nicht wirklich das Selbe. Frustrationstoleranz ist die Fähigkeit, auch unangenehme = frustrierende Momente auszuhalten. Ihr erinnert euch? Die Situation ist Sch*, sie bleibt Sch@, komm darauf klar! Hier gibt es keine Belohnung, sondern der Hund soll dabei lernen, sich mit einem inneren oder äußeren Konflikt auseinander zu setzten. Am Hasenbeispiel: Zunächst ist die Impulskontrolle gefragt, wenn der Hund sitzen bleiben soll. Rennt der Hase dann noch weiter vor der Hundenase rum, kann eine ganze Menge Frust aufkommen, der vom Hund auch noch bewältigt werden möchte.

Die Impulsekontrolle ist für jedes Lebewesen anstrengend. Daher vergesst bitte nicht, dies in aushaltbaren Dosen zu machen, also klein anzufangen und den Reiz zu steigern. Sollte euer Hund sich zurückhalten, hier bitte Loben, damit er weiß, was er richtig macht.

Ohne Grenzen geht das Ganze leider nicht. Eine Grenze kann sein: stehenbleiben und die Leine festhalten, bis euer Hund nicht mehr an der Leine zieht und wieder ansprechbar ist. Zurückrufen. Ein verbales Abbruchwort (nein, aus, pfui), vor den Hund stehen, den Hund zurück drängen usw. So wie ihr das eben macht und euren Hund schon erfolgreich vieles Beigebracht habt. Als Beispiel: euer Hund darf nicht auf das Sofa, Bett, Küche. Wie habt ihr das durchgesetzt?

Eine Grenze muss ja nicht immer heftig sein, sondern vom Hund verstanden werden. Manchmal reicht da auch schon was ganz Kleines, wie ein Kopfschütteln, wenn nicht besonders groß ist. Je mehr Situationen euer Hund erfolgreich besteht, um so schneller lernt er, was er in bestimmten Situationen machen soll.

DIE »DU-KOMMST-NUR-AN-LOCKERER-LEINE-VORWÄRTS« STRATEGIE

JETZT GEHTS (MAL WIEDER) LOS

Als Erstes starten Sie jedes Losgehen mit einer Kontaktaufnahme zu Ihrem Hund. Schauen Sie sich gegenseitig kurz in die Augen und klären so nonverbal, dass sie beide sich einig über den Weg sind. Ein gut trainiertes Blichkontaktsignal hilft dabei übrigens.

JETZT ABER WIRKLICH

Gehen Sie davon aus, dass ein Hund, der an der Leine zieht, dies deswegen tut, weil er vorwärts kommen will. Seine Art und Weise, das zu erreichen, missfällt Ihnen jedoch, so dass Sie ihn dazu bringen müssen, eine andere Strategie anzuwenden.

DIE »DU-KOMMST-NUR-AN-LOCKERER-LEINE-VORWÄRTS« STRATEGIE

Denn was lernt Ihr Hund, wenn er mit Ziehen vorwärts kommt? Dass er mit Ziehen vorwärts kommt! Was tut er also, um vorwärts zu kommen? Ziehen! Und wenn es mal nicht klappt? Na stärker ziehen natürlich… bisher hat es doch auch geklappt!

Ihr Ziel ist also, dass Ihr Hund lernt, dass es nur dann vorwärts geht, wenn die Leine locker ist. Sie verdrehen also seine bisherige Erfahrung ins Gegenteil. (Wer schon einmal versucht hat die Meinung eines Lebewesens zu ändern, bekommt langsam eine Ahnung, was auf ihn zukommt.)

Eine lockere Leine bedeutet, dass der Arm, der die Leine hält gerade an Ihrer Seite herunterhängt. Hebt sich dieser Arm, beginnt Ihr Hund zu ziehen. Wenn Sie dann noch weitergehen,
hat er damit auch Erfolg. Und Sie wissen ja, was erfolgreich ist, wiederholt man. Was ist also die logische Konsequenz? Werden Sie zum Baum. Verwurzeln Sie mit dem Untergrund! (Wurzeln knacken auch Asphalt!)

Ich bin sicher, dass Sie das schon gehört haben und auch tausendmal probiert, oder? Macht nichts! Lesen Sie trotzdem weiter. Viel anderes wird Ihnen auch nicht übrig bleiben, denn es geht immer um Erfolg und Misserfolg.

Kommt Ihr Hund ziehenderweise vorwärts, wird er immer ziehen. Kommt er nur vorwärts, wenn die Leine locker ist, wird er die Leine immer locker halten. Grundtenor des Trainings ist. dass der Hund keinen Millimeter vorwärts kommt, sobald sich Ihr Arm hebt.

Wie man aber mit Erfolg und Misserfolg umgeht, dafür gibt es noch viele Varianten, denn das Stehenbleiben allein ist auch ein Grund, warum die Hunde es oft dennoch nicht lernen.
Die wenigsten Menschen finden es erstrebenswert, zwei Stunden für den Weg zum Postamt zu benötigen, das üblicherweise in fünf Minuten erreichbar ist. Spaziergange mit anderen Hundebesitzern erübrigen sich sowieso und im Winter friert man leicht fest.

Der Trainingsknackpunkt ist jedoch, dass der Hund mit dem Ziehen eben keinen (und zwar gar keinen) Erfolg mehr hat, denn jedes Vorwärtskommen durch Ziehen belohnt den Hund für sein Verhalten und festigt es für die nächsten 20 Jahre.

Aber nicht verzweifeln, es gibt Alternativen, Tricks und Strategien, die nur darauf warten, angewendet zu werden!

ARBEITEN MIT TRAININGSZEITEN

Hunde lernen sehr schnell situationsbezogen. Das könnt ihr der Trainingszeit nutzen, indem ihr mit zwei Haltevorrichtungen arbeiten. Beispielsweise mit Geschirr und Halsband oder mit Halsband.

Wenn Sie Zeit zum Üben haben und gut genug drauf sind, kommt die Leine an das Halsband und Sie sind hundertprozentig konsequent und lassen sich keinen Millimeter nach vorn ziehen, Haben Sie gerade keine Zeit zum Üben, wollen sich aber Ihr bisher erreichtes Training nicht kaputt machen, kommt die Leine an das Geschirr. Hunde lernen sehr schnell, dass sie am Geschirr ziehen dürfen, am Halsband jedoch nicht. So können Sie die nötige Konsequenz einhalten und kommen trotzdem schnell zur Post. Dieser Punkt ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt im Leinenziehtraining.

Deshalb noch einmal: Bringen Sie Ihrem Hund bei, dass Ziehen am Halsband (alternativ am Geschirr) ab sofort nie wieder funktioniert. Am Geschirr er aber weiterhin tun kann, als gebe er den Weg vor.

DAS RICHTIGE GESCHIRR

Beim Kauf eines Geschirrs achten Sie darauf, dass dieses einen Steg unter dem Bauch und einen Steg auf dem Rüchen des Hundes hat, die möglichst auch noch verstellbar sind.

Bei einem guten Geschirr sitzt der Druckpunkt auf der Brust des Hundes und nicht am Hals! Passen Sie aus diesem Grund ein Geschirr immer im Geschäft an, kaufen Sie eines, das möglichst an Brust, Hals und Steg verstellbar ist oder bestellen Sie es nach Maß. Gemessen werden Halsumfang, Brustumfang (von der tiefsten Stelle bis zur höchsten Stelle) und bei einem sehr guten Hersteller auch die Länge des unteren Stegs.

So genannte Erziehungsgeschirre, die unter den Achseln entlanglaufen, wirken mittels Schmerz auf den Hund ein und verletzen ihn an einer sehr empfindlichen Stelle. Unter den Achseln ist die Haut sehr dünn und jede Reibung schmerzt stark. Da helfen auch die Polsterungen nicht. Ihr Hund zieht mit diesen wahrscheinlich solange nicht mehr bis er entweder Hornhaut gebildet hat oder Sie es wegwerfen, weil die Kosten der medizinischen Kosten eines neues Geschirrs übersteigen.

Ein Geschirr sollte wie ein Halsband so eng anliegen, dass man mit der flachen Hand gerade darunter kommt. Bei schmalen Hunden mit nach spitz zulaufenden Brustkorb ist das natürlich nicht an jeder Stelle möglich.

MIT ÜBUNG ZUM ERFOLG

Grundsätzlich gilt: Belohnt wird, was gefällt. Läuft euer Hund einige Meter (oder Sekunden) so an der Leine, wie ihr es euch wünscht, wird er gelobt und belohnt, am besten mit einem leckeren Bröckchen Futter oder noch besser, indem er dorthin darf, wo er hinwill. So lernt er, was sich für ihn lohnt und es wird das gelobte Verhalten verstärkt und häufiger gezeigt.

Dies ist ein Punkt, der häufig vergessen wird. Als Mensch denkt man ständig nur daran, wie man Unerwünschtes verhindert und achtet nicht auf das Schöne, was man belohnen könnte und sollte. Könnt ihr euch an das letzte Mal erinnern, als ihr Staub gesaugt habt, euer Mann/Ihre Frau aber nur bemängelt hat, dass auch die Blumen verdursten? Bis zum nächsten Mal Staubsaugen dürfte es eine Weile gedauert haben. Lebewesen brauchen Bestätigung. Und nur erfolgreiches Verhalten wird wiederholt auftreten. Das gilt für Hunde wie für Menschen!

Wenn ihr also wollt, dass euer Hund vernünftig läuft, dann belohnt die kleinsten Erfolge in dieser Richtung!

Verhalten, das euch nicht zusagt, wird mit der Leine verhindert (also festhalten!) und ansonsten ignoriert und nicht kommentiert. Zieht der Hund, verhindert sein Vorwärtskommen und ignoriert ihn sonst völlig.

Lasst das Schimpfen sein. Erstens vergeudet ihr eure Puste, Energie und gute Laune, zum Zweiten schüchtert ihr euren Hund nur ein. Er wird nicht lernen, worum es euch wirklich geht. Im schlimmsten Fall müsst ihr ihn ständig einschüchtern, damit er ständig vernünftig läuft.

Da sich das Ziehen für euren Hund nun nicht mehr lohnt, wird er versuchen, auf andere Weise an sein Ziel zu kommen und dabei könnt ihr ihn unterstützen.

Benutzt für die folgenden Übungen keine Flexileine, da der Hund hier immer in anderen Entfernungen von euch gestoppt wird, wenn ihr den Knopf drückt. Er kann so nicht lernen abzuschätzen, wie weit er nun noch gehen kann, bevor die Leine zu Ende ist.

Übt anfangs in Gegenden ohne große Ablenkung. Euer Hund lernt dadurch schneller, was verlangt wird und ihr müsst nicht mit anderen Hunden, gut riechenden Menschen oder Rehen konkurrieren.

Und los geht’s

VARIANTE 1:

  1. Nehmt die Leine für jedes Training am äußersten Ende, so dass der Hund ca.1,5 m bis maximal 2 m Spielraum hat und achtet darauf, dass ihr bei dieser Länge bleibt und nicht nachgreift. Je kürzer ihr die Leine nehmt, desto eher wird euer Hund wieder ziehen und umso schlechter kann er sich die Leinenlänge merken. Eure Arme hängen gerade runter.
  2. Geht normalen Schrittes vorwärts und ermuntert euren Hund, mitzukommen. Je schneller ihr lauft, desto einfacher wird es für euren Hund, da er selbst eine hundetypisch schnellere Normalgeschwindigkeit hat als ihr. (Das bedeutet jedoch nicht, dass ihr rennen müsst!)
  3. Sobald ihr merkt, dass sich eure Arme zu heben beginnt, bleibt wortlos stehen und wartet. Gebt ihm keinen einzigen Millimeter! Jegliche Bemerkungen zum Hund sind sinnlos und erschweren es ihm, wirklich zu begreifen, was ihr von ihm wollt.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie euer Hund reagieren wird:

  1. Er versucht, weiter zu kommen, indem er sich in die Leine stemmt oder sogar mit Anlauf hineinspringt. Lasst ihn keinen Zentimeter vorwärts kommen. Schlingte das Ende der Leine um einen Baum, wenn das nötig sein sollte, aber gönnt ihm kein Erfolgserlebnis. Summt am besten still ein Liedchen vor euch hin, um sich selbst daran zu hindern, mit euren Hund zu schimpfen oder schlechte Laune zu bekommen. Beides verhindert das Lernen beim Hund. Dann wartet auf 1) oder 2).
  2. Euer Hund setzt oder legt sich am Ende der Leine hin und rührt sich nicht mehr. Wartete, bis er sich zu euch umschaut oder macht ihn nach frühestens einer Minute mit einem Geräusch, zum Beispiel Zungenschnalzen, auf euch aufmerksam. Dann lockt ihn zu euch ran, indem ihr ihn freundlich ruft und rückwärtsgeht, wenn nötig. Sobald euer Hund auf eurer Höhe ist, schaut euch gegenseitig an, lobt ihn mit netten Worten ohne Futter und geht gleichzeitig weiter in die gewünschte Richtung. Bis zum nächsten Ziehen.
  3. Euer Hund dreht sich bei strammer Leine sofort zu euch um und kommt an eure Seite. Hurra! Das ist es, was wir wollen! Um zu vermeiden, dass der Hund wie ein Jojo nach vorn springt, wieder zurückkommt und wieder nach vorn stürzt, fordert immer, dass euer Hund euch anschaut, bevor ihr weitergeht.

Springt er vorher los, bleibt stehen und warten wieder. Reagiert euer Hund nicht auf euer Blickkontaktsignal, bleibt ruhig, warten bis euer Hund an lockerer Leine neben euch stehen kann und euch ansehen kann und geht erst dann weiter.

VARIANTE 2:

Statt wie ein Baum mit dem Boden zu verwurzeln, wie bei Variante 1 erforderlich, geht hierbei rückwärts, sobald euer Hund zieht. Dreht euch nicht um, sondern geht selbst rückwärts und nehmt euren Hund leicht mit, bis er von selbst an eure Seite kommt. Zerrt ihn nicht an eure Seite, sondern geht solange rückwärts, bis er selbständig bei euch ist! Die Leine bleibt lang! Nur so lernt er, um was es euch geht. Dann könnt ihn mit Worten loben und sofort wieder vorwärts gehen.

Diese Variante funktioniert meist besser als Variante 1, aber ihr müsst ruhig bleiben und das Richtige im richtigen Moment tun Damit daraus kein Jojospiel wird, wartet immer ein paar Sekunden, bevor ihr wieder losgeht. Am besten geht ihr sowieso immer erst dann los, wenn euer Hund euch anschaut. Nur dann können ihr sicher sein, dass er mit seinen Gedanken bei euch ist.

Ebenso gibt es kein Leckerchen für das Zurückkommen. Belohnung ist, dass ihr wieder vorwärts geht und euer Hund seinem Ziel näher ist. Mit Leckerchen ändern ihr schlimmstenfalls seine Motivation und bringt ihm bei, dass er nur zu Ziehen braucht, um dann bei Stillstand zurückzukommen und Leckerchen abzuholen.

Denkt daran: Jedes Losgehen startet mit einem Blickkontakt. Und die Belohnung für Zurückkommen und Leine lockern ist vorwärts gehen und nicht Leckerchen fressen

Ihr merkt schon: unsere Hunde sind manchmal schlauer als wir meinen und wir Menschen haben ihnen im Laufe ihres Lebens schon jede Menge Dinge beigebracht, die wir nie beabsichtigt haben. Mecker bekommen trotzdem nur die Hunde..

Parallel zu diesem Training, welches ihr täglich auf mindestens zwei Wegen durchführen sollten, sind noch andere Übungen sinnvoll. Die folgenden Übungen sind weniger für den Alltag gedacht. Sie dienen dazu, dem Hund schneller klar werden zu lassen, worauf es euch ankommt. Im Alltag kommt ihr nicht ohne die »Stehenbleiben« oder »Rückwärts- geh« Strategie aus. Aber ihr könnt mit den folgenden Übungen bestimmte Reflexe eines Lebewesens gegen trainieren und dem Hund verdeutlichen. Jede Übung lohnt sich!

 

DIE »KOMM-BEI-ZUG« ÜBUNG

Da es im Hundeleben immer wieder Situationen geben wird, an denen der Hund an der Leine zieht (ihr erkennen daran, dass euer Hund noch lebt), muss der Hund nicht nur lernen, dass das Gehen an lockerer Leine Erfolg verspricht. Er sollte ebenfalls lernen, was er tun muss, falls die Leine doch mal stramm geworden ist und sei es nur, weil Herrchen oder Frauchen sich im Gebüsch verheddert hoben. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dies gezielt zu trainieren.

  1. Euer Hund ist an der Leine und steht etwas von euch entfernt. Vielleicht schnuppert er gerade an der Nachbarsrose oder an etwas weniger Wohlriechendem am Boden.
  2. Beginnt langsam an der Leine zu ziehen. Kein Rucken, kein Reden, nur langsam immer stärker ziehen. Er wird sich anfangs sicher dagegen stemmen, da Zug Gegenzug verursacht, aber irgendwann wird er nachgeben müssen, um nicht umzufallen. (Auch Hunde haben nur vier Beine).
  3. Sobald ihr merkt, dass er nachgibt, lobt ihn kurz und knackig, spielen kurz mit ihm, rollen ein Leckerchen auf den Boden oder machen Kopfstand, wenn euer Hund Fan davon ist.

Ziel ist, dass der Reflex, sich gegen die Leine zu stemmen etwas abgemildert wird und er lernt, auf den Zug mit Zuwendung zu reagieren. Versucht, den Moment in dem euer Hund nachgibt, gang genau mit eurem Lob zu markieren. Ein gejauchtes »Jaa!!! kann da Wunder wirken. Je besser ihr den Moment trefft, desto schneller lernt euer Hund, was genau ihr meint. Stellt euch vor, dass euer »Jaaaa« dem Auslösen eures Fotoapparates entspricht. Das, was ihr jetzt auf dem fertigen Foto habt, wird euer Hund öfter zeigen.

 

Die »Pech-gehabt« Übung

1. Markiert euch mit Kreide, Stöcken oder anderen Gegenständen eine Startlinie. Zehn Meter davon entfernt stellte ein Schüsselchen mit Futter oder einem Spielzeug, welches euer Hund gern mag, auf den Boden

2. Stellt euch an der Startlinie auf und lasst euren Hund an der Leine neben sich sitzen. Dann startet mit einem »Los geht’s und gehen normalen Schrittes auf die Schüssel zu. Da euer Hund die Schüssel gesehen oder gerochen hat und unbedingt hin möchte, wird er sicher nach einigen Schritten anfangen zu ziehen.

3. Sobald sich eure Arme mit der Leine nach oben beugen gebt euren Hund ein Signal wie zum Beispiel »Schade« oder »Pech gehabt« und drehen sofort und auf der Stelle um und gehen mit eurem Hund zurück zum Start. Lasst ihn wieder sitzen oder/und euch ansehen und beginnt das Ganze von vorn.

Achtet darauf, eure Geschwindigkeit beizubehalten, denn je langsamer ihr in der Nähe der Futterschüssel werden, desto schwieriger und gemeiner wird es für euren Hund.

Das Anspannen der Leine durch den Hund und eure Reaktion darauf in Form des »Pech gehabt« und Umdrehens muss ganz kurz hintereinander folgen, damit der Hund die Konsequenz des Zurückgehens mit seinem Verhalten, dem Ziehen, verknüpfen kann.

Diese Übung lässt sich gut auch auf Orte übertragen, zu denen euer Hund unbedingt hin möchte. Sei es die Hundewiese in 50 Metern oder der nette Nachbar, der dann eben mal eine Viertelstunde da warten muss!

Versucht mal mitzuzählen, wie oft ihr innerhalb der fünf Minuten auf dem Absatz kehrt machen mussten.